Betriebskostenaufstellung
 
 

Im folgenden ist dargestellt, welche Betriebskosten auf Mieter umgelegt werden können. Voraussetzung ist jedoch, dass die Umlage im Mietvertrag vereinbart wurde. Es empfiehlt sich, im Mietvertrag alle Betriebskosten namentlich aufzuführen, auch wenn manche Positionen z. Zt. nicht anfallen. Dazu sollte ein Hinweis auf Anlage 3 zu § 27 II. BV (2. Berechnungsverordnung) gegeben werden.
Bei vermietetem Wohnungseigentum empfiehlt es sich, im Mietvertrag die Kostenverteilerschlüssel der Eigentümergemeinschaft zu vereinbaren.

 
Betriebskostenaufstellung
 
Betriebskostenart Beispiele
 
1.
Laufende öffentliche Lasten des Grundstücks

Grundsteuer
Nicht: Hypothekengewinnabgabe
 
2.
Wasserversorgung
Wasserverbrauch, Grundgebühren, Mietkosten von Wasserzählern (auch Zwischenzählern), Betriebskosten einer hauseigenen Wasserversorgungsanlage/Wasseraufbereitungsanlage (incl. Aufbereitungsstoffe)
 
3.
Entwässerung
Gebühren für öffentliche Entwässerungsanlage, Betriebskosten einer privaten Anlage, Betriebskosten einer Entwässerungspumpe
 
4.
Heizungskosten
Verbrauchte Brennstoffe, Lieferungskosten für Brennstoffe, Betriebsstrom, Kosten der Bedienung, Pflege und Überwachung, Kosten der regelmäßigen Prüfung der Betriebsbereitschaft und -sicherheit, Einstellarbeiten durch einen Fachmann, Reinigungskosten, Immissionsschutz-Messungen, Mietkosten der Verbrauchserfassungsgeräte, Heizkostenabrechnung und -aufteilung, Reinigung und Wartung von Eigenheizungen.
 
5. Warmwasserkosten Kosten der Erwärmung, Reinigung und Wartung von Warmwassergeräten, Einstellarbeiten durch einen Fachmann.
 
6.
Aufzug
Betriebsstrom, Beaufsichtigung, Bedienung, Überwachung, Pflege, regelmäßige Prüfung der Betriebsbereitschaft und -sicherheit, Einstellarbeiten durch einen Fachmann, Reinigung.
 
7.
Straßenreinigung und Müllabfuhr
Kosten für öffentliche Straßenreinigung und Müllabfuhr bzw. Kosten entsprechender nicht öffentlicher Maßnahmen.
 
8.
Hausreinigung und Ungezieferbekämpfung
Säuberung gemeinsam benutzter Gebäudeteile wie Flure, Zugänge, Treppen, Keller, Speicherräume, Waschküche, Aufzug, Kammerjäger, Mittel zur regelmäßigen Ungezieferbekämpfung.
 
9.
Gartenpflege
Pflege der gärtnerisch angelegten Flächen, Erneuerung von Pflanzen und Gehölzen (nicht die Erstbepflanzung), Pflege der Spielplätze einschließlich Sanderneuerung (nicht die erstmalige Sandbefüllung), Pflege der privaten Plätze, Zugänge und Zufahrten.
 
10. Allgemeinbeleuchtung Außenbeleuchtung, Beleuchtung der gemeinsam benutzten Gebäudeteile wie Zugänge, Flure, Treppen, Keller, Speicherräume und Waschküchen.
 
11. Schornsteinreinigung Kehrgebühren des Schornsteinfegers nach der maßgebenden Gebührenordnung.
 
12.
Sach- und Haftpflichtversicherung
Versicherung des Gebäudes gegen Feuer-, Leitungswasser- und Sturmschäden (Wohnungsgebäude-Versicherung), Glas-Versicherung, Grundbesitzerhaftpflicht-Versicherung, Gewässerschadenversicherung (Öltank-Versicherung), Aufzug. (Nicht: Privathaftpflicht-Versicherung, Rechtsschutz-Versicherung)
 
13.
Hauswart
Vergütung, Sozialbeiträge und alle geldwerten Leistungen, die der Hauswart für seine Arbeit erhält, sofern diese nicht Instandhaltung, Instandsetzung, Erneuerung, Schönheitsreparaturen oder Hausverwaltung betreffen.(Vorsicht! Soweit Arbeiten vom Hauswart ausgeführt werden, dürfen Kosten für Arbeitsleistungen nach den Nummern 2 bis 9 nicht angesetzt werden)
 
14. Gemeinschaftsantenne bzw. private Verteileranlage für Breitbandkabelnetz Betriebsstrom, regelmäßige Überpüfung der Betriebsbereitschaft, Einstellung durch einen Fachmann, Nutzungsentgelt für Fremdanlage, laufende monatliche Grundgebühren für Kabelanschluss.
 
15.
Maschinelle Wascheinrichtung
Betriebsstrom, Überwachung, Pflege und Reinigung, regelmäßige Überprüfung der Betriebssicherheit und -bereitschaft, Wasserversorgung (wenn nicht bei Nr. 2 berücksichtigt).
 
16.
Sonstige Betriebskosten
Dazu gehören: Betriebskosten von Nebengebäuden, Anlagen und Einrichtungen wie z.B. Müllschlucker, Sauna und Schwimmbad, von Feuerlöschgeräten, Kosten für eine Dachrinnenheizung sowie -reinigung.
 
Vorsicht: Instandhaltungskosten, Verwaltungskosten (z.B. die Kosten des Wohnungseigentumverwalters) und Kapitalkosten (Darlehenszinsen) dürfen nicht umgelegt werden.
Die Kosten für Nutzerwechsel in der Heizkostenabrechnung sind nur umlegbar, wenn dies vorher im Mietvertrag vereinbart wurde.
 
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