Kauf einer Eigentumswohnung
  
    
Eigentumswohnungen sind sehr beliebt. Ganz gleich ob es sich um einen sanierten Altbau oder um einen modernen Neubau handelt. Nach langer Suche hat man endlich eine passende Wohnung gefunden und kann dem Vermieter Lebewohl sagen. Man glaubt sich am Ziel aller Wünsche: sein eigener Herr zu sein.
  
 
 
  
Ist das wirklich so? - Seitens des Verkäufers werden gerne nur die positiven Seiten ins rechte Licht gerückt. Wir sind jedoch der Auffassung, dass auch die Kenntnis über die Risiken die optimalen Chancen für jeden Eigentümer sichert. Um für Kaufinteressierte den Traum von einer eigenen Wohnung nicht zum Alptraum werden zu lassen, haben wir im Folgenden einige Hinweise zusammengestellt:
   
Die gesamte Wohnanlage besteht aus dem Gemeinschaftseigentum, das sind diejenigen Bereiche, die von allen Bewohnern gemeinschaftlich genutzt werden und den einzelnen Wohnungen, dem Sondereigentum. Jede Wohnung gehört einem anderen Eigentümer. Jeder Miteigentümer ist gleichberechtigt aber auch gleichverpflichtet. Dabei hat jeder das Recht auf individuelle Lebensgewohnheiten und Ansichten. Dies gilt es zu koordinieren. Nur so kann die Versorgung mit Wärme und Wasser, die Entsorgung und erforderliche Instandhaltungs- und Pflegemaßnahmen im gemeinschaftlichen Eigentum organisiert werden. Und da viele Köche den Brei verderben, sind im Wohnungseigentumsgesetz (WEG) Regeln für die Organisation einer Eigentümergemeinschaft aufgestellt.
Darüber hinaus hat jede Eigentümergemeinschaft eine individuelle Teilungserklärung mit einer Gemeinschaftsordnung.
 
In der Teilungserklärung steht, wie die einzelnen Wohnungen im Gebäude aufgeteilt sind. Es ist zweckmäßig vor dem Kauf zu prüfen, ob die angebotene Wohnung exakt genauso auch in der Teilungserklärung ausgewiesen ist. Es ist schon vorgekommen, dass eine Wohnung vorgezeigt wurde, jedoch lt. Kaufvertrag eine ganz andere Wohnung gekauft wurde. Und wenn man das erst nach Jahren bemerkt, ist das Durcheinander ziemlich groß. Es ist auch zu prüfen, ob die zugesagten Eigenschaften, wie eigener Stellplatz oder eigener Gartenteil wirklich lt. Teilungserklärung der Wohnung zugeordnet sind. Im Kaufvertrag zugesicherte Eigenschaften kann man nur beanspruchen, wenn dies auch die Teilungserklärung ausweist.
 
Die Gemeinschaftsordnung ist ein Anhang zur Teilungserklärung und regelt die Organisation der Gemeinschaft, insbesondere die Rechte und Pflichten.
Jeder Eigentümer ist Mitglied einer Zufallsgemeinschaft. Miteigentümer kann man sich nicht aussuchen. Wer sich in eine bestehende Gemeinschaft einkaufen möchte, sollte sich beim Verkäufer die Protokolle der Eigentümerversammlungen ansehen.
Darin ist gewissermaßen die "Geschichte" der Eigentümergemeinschaft festgehalten.
Welche Probleme es gab und wie sie bewältigt wurden, lässt erkennen, wie das Zusammenleben funktioniert.
 
Die Instandhaltungsrücklage dient zur Erhaltung des gemeinschaftlichen Eigentums, wie z. B. Dach, Fassade, Treppenhaus, Gemeinschaftskeller und Außenanlagen.
Zur Finanzierung zahlt jeder Eigentümer ein monatliches Hausgeld für Instandhaltung, Gas, Wasser und Strom usw. auf das Gemeinschaftskonto ein.
 
Sollte einmal das Geld der Gemeinschaft nicht reichen, so wird eine Sonderumlage fällig. Dann muss jeder Eigentümer noch einmal zusätzlich in die Tasche greifen.
Das gleiche gilt, wenn ein Eigentümer finanziell notleidend wird. Klingeln Sie ruhig mal beim Nachbarn und lassen Sie ihn ein wenig aus dem "Nähkästchen" plaudern.
 
 
 
Oft stehen sich unterschiedliche Einzelinteressen und das Gemeinschaftsinteresse entgegen. Um dies für die Gesamtheit der Eigentümergemeinschaft zu bewältigen, ist ein erfahrener WEG-Verwalter erforderlich.
Er ist gewissermaßen Vermögensverwalter der Eigentümer und hat einen wesentlichen Einfluss auf den Wohn- und Geldwert jeder Wohnung.