Wohnungseigentum für die Seele
 
   
  
   
Der Prophet und die langen Löffel
Leben ohne Liebe
  
  
   
  
  
  
  
  
 
 
Der Prophet und die langen Löffel

  Es gehört wohl zum Zeitgeist, wenn immer mehr Menschen zum Erreichen ihrer persönlichen Ziele ihre Ellenbogen einsetzen. Gerade im Wohnungseigentum hängt aber das Gelingen der Gemeinschaft vom gegenseitigen Vertrauen der Beteiligten ab. Dazu eine kleine nacherzählte orientalische Geschichte:


Einst kam ein Gläubiger zum Propheten Elias. Da er nach Erkenntnis strebte, wollte er von Elias wissen was es mit Himmel und Hölle auf sich habe. Er wolle seinen Lebensweg danach gestalten. Doch Elias antwortete ihm nicht. Statt dessen nahm er den Gläubigen bei der Hand und führte ihn durch die dunklen Gassen der Stadt bis hin zu einem Palast.

Elias öffnete ein großes schweres Eisenportal und sie betraten einen großen Saal. Der Saal war gefüllt mit vielen Menschen. An ihrer Kleidung und am Schmuck war leicht zu erkennen, dass hier Arm und Reich gleichermaßen versammelt waren. Alle drängten sich um einen großen Topf mit brodelnder Suppe, der mitten im Raum auf einer offenen Feuerstelle stand. Die Suppe verbreitete einen angenehmen Duft im ganzen Saal. Doch schienen die Menschen gar nicht glücklich zu sein.
Sie machten allesamt einen total ausgemergelten Eindruck. Ihre tiefäugigen und hohlwangigen Gesichter drückten eine tiefe Verzweiflung aus. Gierig drängten sie sich um den Suppentopf.
Dabei trug jeder einen Löffel, der genau so groß war wie er selbst. Die Löffelkelle war so groß, dass der Inhalt einen Menschen hätte sättigen können. Der Löffel war aus Eisen und durch die heiße Suppe ebenfalls sehr heiß. Nur ganz hinten hatte der Stiel einen hölzernen Griff. Jeder der Hungrigen stocherte gierig mit seinem Löffel in der heißen Suppe herum. Mit größter Mühe hoben sie ihre gefüllten Löffel aus der Suppe. Aber da ihre Löffel sehr lang und sehr heiß waren und nur am hölzernen Ende angefasst werden konnten, bekamen selbst die Stärksten unter ihnen die Suppe nicht in ihren Mund. Gar zu Vorwitzige verbrannten sich Arme und Gesicht oder schütteten die Suppe im Eifer des Gefechts ihren Nachbarn über die Schultern. Wütend und schimpfend gingen sie aufeinander los. Dabei schlugen sie mit denselben Löffeln aufeinander ein, mit deren Hilfe sie ihren Hunger hätten stillen können. Elias zupfte seinen Begleiter am Arm und raunte: „Das ist die Hölle!“

Als beide genug gesehen hatten, verließen sie den Raum und entfernten sich von diesem grausigen Ort. Während sie durch finstere Gänge weiter wanderten, hörten sie das höllische Geschrei bald nicht mehr.

Nach langer Wanderung gelangten sie an eine weitere Tür. Auch hier ließ Elias den Gläubigen hineinblicken. Der Saal sah genau so wie der Saal vorhin aus. Auch hier drängten sich offenkundig arme und reiche Menschen um einen Topf heißer Suppe in der Mitte des Saals. Es duftete ebenso köstlich wie vorhin und jeder hatte ebenfalls einen jener riesigen Löffel in der Hand, die Elias und sein Begleiter schon zuvor in der Hölle gesehen hatten. Doch hier sahen die Menschen wohlgenährt aus. Auch gab es kein Geschrei. Statt dessen nur das Geräusch eintauchender Löffel und ein zufriedenes Summen. Jeweils zwei Menschen hatten sich zusammengetan. Einer tauchte den Löffel ein und fütterte den anderen. Wurde einem der Löffel zu schwer, halfen zwei andere mit.
So konnte jeder in Ruhe essen. War der eine gesättigt, kam der nächste an die Reihe.
Nachdem sie diesem Treiben einige Zeit zugeschaut hatten, sagte der Prophet Elias zu seinem Begleiter „Das ist der Himmel!“

Lust auf mehr orientalische Geschichten? - Schauen Sie unter > „ Wohnungseigentum für Einsteiger“ > „ Literatur zum Wohnungseigentum“.
   
   
Leben ohne Liebe
   

  Wenn ich mir als Polizist die Kriminalstatistik in den letzen Jahren ansehe, muss ich feststellen, dass die Gewaltdelikte und die Delikte im Bereich der „Häuslichen Gewalt“ sehr stark gestiegen sind. So nahmen die Gewaltdelikte in NRW in 2003 um etwa 7 % zu. Im Rahmen der „häuslichen Gewalt“ mussten in NRW im selben Jahr 16.400 Anzeigen gefertigt werden. Beim Betrachten dieser Zahlen muss man sich die Frage stellen: „Was ist eigentlich mit den Menschen los? Woran liegt es, dass der Umgang untereinander solche Formen und Auswüchse annimmt.
 
Aber schauen wir doch einmal von diesen extremen Daten weg und sehen in unsere eigenen „vier Wände“ in Familie, Beruf und Gesellschaft. Woran liegt es, dass die Sticheleien, Beleidigungen, gegenseitige Verachtung, Böswilligkeiten - ja man könnte diese Negativliste noch verlängern - immer mehr zunehmen ?

Für die Bibel, denke ich, steht die Ursache fest. Auch wenn wir dieses Wort als naiv und nicht mehr in unsere Zeit passend finden, handelt es sich hierbei um fehlende Liebe. Fast 300-Mal finden wir das Wort Liebe in der Bibel. Das Wort hat eine entscheidende Bedeutung für das Zusammenleben untereinander und für unser persönliches Leben. Im Internet fand ich folgende Sätze:

Glauben ohne Liebe macht fanatisch.

Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich.

Ordnung ohne Liebe macht kleinlich.

Macht ohne Liebe macht gewalttätig.

Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart.

Ein Leben ohne Liebe macht krank.

   
Reiner Stephan aus Dreis-Tiefenbach von den evangelischen Kirchen für „Augenblick mal“